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EU Kids Act: Gaming-Verein fordert Kinderschutz mit Augenmaß statt Alterskontrolle für jedes Spiel.

Liberale Gaming Allianz legt Stellungnahme zum Kommissionsvorschlag vor – Kritik an Anwendungsbereich, Altersfeststellung und fehlender Lootbox-Regel.

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PMPressemitteilung Berlin PM-2026-01 14.10.2026
Grafik: „EU Kids Act. Schutz ja. Ausweis nein.“ – Stellungnahme der Liberalen Gaming Allianz zum Vorschlag der EU-Kommission

Die Liberale Gaming Allianz (LGA) hat eine Stellungnahme zum EU Kids Act veröffentlicht, mit dem die EU-Kommission Kinder im Netz besser schützen will. Der Verein unterstützt das Ziel, warnt aber: Der Entwurf legt an fast jedes digital vertriebene Videospiel Social-Media-Maßstäbe an und drängt erwachsene Spielerinnen und Spieler faktisch zur Altersfeststellung.

Der Vorschlag der Kommission (COM(2026) 681) vom 17. September 2026 soll als Verordnung unmittelbar in allen Mitgliedstaaten gelten – bereits sechs Monate nach Inkrafttreten. Neben sozialen Netzwerken, Videoplattformen und KI-Chatbots erfasst er ausdrücklich auch Online-Spiele. Die LGA kritisiert vor allem drei Punkte:

  • Fast jedes Spiel betroffen: Erfasst ist jedes Spiel mit Online-Komponente – vom Singleplayer-Puzzlespiel bis zum Multiplayer-Shooter. Wie sich die Pflichten nach dem Risiko abstufen, regelt der Entwurf nicht rechtssicher.
  • Altersfeststellung als Eintrittskarte: Wer sein Alter nicht feststellen lässt, erhält Spiele in einer Kinderfassung. Der Entwurf setzt zwar auf datensparsame Verfahren statt Ausweiskopien; eine flächendeckende Alterskontrolle für jeden Erwachsenen hält die LGA dennoch für unverhältnismäßig.
  • Lootbox-Lücke: Der Schutz vor bezahlten Zufallsmechaniken und die Pflicht zu Euro-Preisen gelten nur für soziale Netzwerke und Videoplattformen – ausgerechnet für Spiele fehlt der Verweis.

„Kinderschutz gehört dorthin, wo Kinder wirklich gefährdet sind: in offene Chats und Echtgeld-Shops. Eine Alterskontrolle für jedes Spiel und jeden Erwachsenen ist dafür das falsche Werkzeug.“

Adrian Zetzschke, stellvertretender Vorsitzender der Liberalen Gaming Allianz

Positiv bewertet die LGA den EU-weit einheitlichen Rahmen, den Datenschutz bei der Altersfeststellung, das Verbot von Mechaniken, die Kinder fürs Nicht-Einloggen bestrafen, und den Auftrag an die Mitgliedstaaten, Medienkompetenz zu stärken. Sie fordert Regeln nur für Spiele mit echtem Risiko, eine klare Lootbox-Regel auch für Games, Bestandsschutz für ältere Spiele und Community-Server sowie realistische Fristen mit einem Verhaltenskodex auf Basis von PEGI und USK.

Die vollständige Stellungnahme mit Fundstellen und Quellen steht als PDF (7 Seiten) zum Download bereit. Der Vorschlag wird nun im Europäischen Parlament und im Rat beraten.

Über die Liberale Gaming Allianz

Die Liberale Gaming Allianz e.V. (LGA) ist ein Verein von Gamern für Gamer mit Sitz in Berlin. Sie verbindet Community, Turniere und Messeauftritte mit dem Einsatz für eine liberale Games-, E-Sport- und Digitalpolitik.

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